Fit fürs Meeting

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Check, check, check – ist das Mikro an? Telefon- und Videokonferenzen ersetzen zurzeit quasi alle persönlichen Meetings. Und gerade bei Telefonkonferenzen spielen die Stimme und die Aussprache eine wichtige Rolle für die persönliche Wirkung. Wir haben ein kleines Sprech- und Stimmtraining für dich, mit denen du dich im Home Office optimal auf das nächste Meeting vorbereitest.


Die Wirkungen von Stimmen sind durch zahlreiche Studien erforscht worden. Der kanadische Psychologe David Feinberg beispielsweise hat untersucht, wie verschiedene Stimmlagen wahrgenommen werden. Ein Ergebnis: Wer mit einer tiefen Stimme spricht, wirkt dominant, attraktiv, kompetent und vertrauenswürdig. Klar ist auch, dass sich Emotionen im Klang der Stimme widerspiegeln. Wir können hören, ob ein Gegenüber verärgert oder traurig ist. Es lohnt sich also, die Stimme zu trainieren und bewusster mit ihr umzugehen.

Das ist aber nur ein Aspekt. Die vertrauenswürdigste Stimme nützt nicht viel, wenn kein Zuhörer versteht, was gesagt wird. Sei es wegen, weil der Dialekt so stark oder das Hochdeutsch so genuschelt ist. Du solltest also nicht nur deine Stimme trainieren, sondern auch ein bisschen Sprachtraining absolvieren. Los geht’s mit unseren Übungen!

Tief durchatmen

Atmen ist eigentlich immer eine gute Idee. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten dafür. Viele Menschen haben sich die sogenannte Brustatmung angewöhnt. Dabei weitet sich der Brust- und Schulterbereich, während der Bauch sich nach innen zieht. Das Problem: Es gelangt relativ wenig Luft in den Körper, der dann nicht genug Sauerstoff aufnimmt. Man verspannt, wird unkonzentriert und müde.

Bei der Bauchatmung wölbt sich der Bauch nach außen. Das sieht am Strand vielleicht weniger gut aus, ist aber deutlich besser für den Körper, der mehr Luft aufnehmen kann. Also:

  • Hände auf den Bauch legen
  • Einatmen und checken, ob der Bauch sich bewegt
  • Falls ja, atmest du richtig. Ansonsten achte bewusst darauf, den Bauch zu nutzen und die Brust nicht zu bewegen
  • Atme ein paar Mal tief ein und aus

Mach dich locker

Wer körperlich verkrampft ist, kann nicht entspannt klingen. Deswegen gehören auch Lockerungsübungen zum Sprech- und Stimmtraining.

Um die Schultern zu lockern, hebst du sie nach oben und hältst sie dort für zwei bis drei Sekunden. Dann entspann sie und atme dabei aus. Wiederhole das ein paar Mal. Anschließend kannst du die Schultern abwechselnd nach vorne und nach hinten kreisen lassen.

Mit Grimassen lockerst du deine Gesichtsmuskulatur: Wechsle ein paar Mal zwischen einem breiten Lachen und einem „Saure-Zitronen“-Gesicht. Gähne ausgiebig und streck dabei deine Zunge heraus. Lass den Kiefer locker, knete deine Wangen und streiche in Richtung Kinn. Mach ein schnaubendes Pferd nach, um die Lippen zu lockern.
Extrem wichtig bei all diesen Übungen: Beende sie spätestens, wenn die Videokonferenz beginnt.

Lass die Korken knallen

Nein, du sollst nicht vor einem wichtigen Meeting feiern, weil du dann noch lockerer bist. Den Korken brauchst du für einen Klassiker der Sprachtraining-Übungen: Nimm den Korken zwischen deine Schneidezähne. Nicht zu tief, damit sich deine Zunge noch gut bewegen kann, und nicht zu fest, damit sich deine Muskeln nicht verkrampfen. Dann sprich etwas. Lies einen kurzen Zeitungsartikel vor, wiederhole mantramäßig deinen Lieblingszungenbrecher oder rede einfach etwas drauflos. Danach wirst du deutlicher sprechen. Wenn nicht: Spuck den Korken aus.

Wenn sich deine Muskeln mit dem Korken verkrampfen oder deine Weinflaschen nur Schraubverschlüsse haben, kannst du alternativ auch leicht auf einen Fingerknöchel beißen.

Triff den richtigen Ton

Wie war das noch – Menschen können sehr viel aus einer Stimme heraushören? Genau. Deswegen ist es keine gute Idee, seine Stimme bewusst zu verstellen, um beispielsweise noch tiefer zu klingen. Das wirkt im besten Fall gekünstelt, im schlimmsten Fall einfach blöd. Außerdem strengt es die Stimmbänder auf Dauer an.

Finde stattdessen heraus, wo deine mittlere Stimmlage liegt, auch Indifferenzlage genannt. Das geht ganz einfach: Entspann dich, denke an ein leckeres Essen und lass ein wohliges „Mmmmmmh“ hören. Das ist dein „Grundton“, um den herum sich deine Stimmhöhe ganz natürlich bewegt. Wenn du merkst, dass du diesen Bereich verlässt, etwa aus Aufregung, dann erinnere dich an das leckere Essen und dein „Mmmh“. Dieses Summen kannst du auch nutzen, um die Stimmbänder aufzuwärmen. Erst auf deinem Grundton, dann in auf- und absteigenden Tonhöhen.

Soviel zu deinem kleinen Sprech- und Stimmtraining. Neben diesen Stimmübungen hilft es auch, auf eine lockere aufrechte Körperhaltung zu achten und genug zu trinken. Dass Alkohol die Stimme ölt, ist übrigens ein Klischee aus Kinofilmen. Wasser ist dafür viel besser geeignet.

Übrigens: Auch deine Augen kannst du fit halten – dann guckst du bei der Videokonferenz viel entspannter zu. Dazu gibt es ein paar einfache Übungen für die Augen. Und die wichtigsten Benimmregeln für Videokonferenzen sorgen dafür, dass du bei der Konferenz nicht nur gut klingst, sondern auch gut ankommst.


Autor Lars Lenhardt
Lars Lenhardt | Redaktion | 
TERRITORY Content to Results | Gütersloh 

Denkt bei leckerem Essen sofort an Lasagne. 

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