Hits fürs Home Office

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Mit Musik geht alles besser. Alles. Selbst in Zeiten von Corona. Sag ich jetzt einfach mal so. Tatsächlich wirkt Musik sich auf unseren Körper aus. Sie verändert unter anderem den Herzschlag und den Blutdruck, sie bringt den Hormonhaushalt in Schwung – oder zur Ruhe – und kann Emotionen auslösen. Damit ist Musik der ideale Begleiter für den Arbeitstag. Hier finden Sie eine ganz persönliche Home Office Playlist – einen kleinen Soundtrack für das, was man beim Arbeiten von Zuhause aus erleben kann.


1. Los geht’s: Der Start in den Home Office Tag

Auch beim Home Office gilt: Man muss morgens erstmal in den Quark kommen. Das geht je nach Naturell mal mehr, mal weniger fix, aber für mich gibt es zwei musikalische Alternativen zum morgendlichen Kollegenschnack an der Kaffeemaschine.

„Start me up“, The Rolling Stones
„Start me up“ war nicht nur der Startschuss für das 1981er Album „Tattoo you“, sondern auch der Soundtrack für die Einführung von Microsofts Betriebssystem Windows 95. Denn das hatte zum ersten Mal – tadaa – ein Startmenü. Windows 95 wurde eins der erfolgreichsten Betriebssysteme der Computergeschichte, wenn man mit „Start me up“ loslegt, kann also nicht viel schiefgehen.

„Manic Monday“, The Bangles
Sollte es nicht um den Start in irgendeinen Home Office Tag gehen, sondern um einen Montag, kann bei mir nur „Manic Monday“ laufen. Der etwas verträumte Popsong – übrigens von Prince komponiert – ist ein eher entspannter Wachmacher. Aber die Textzeile „I wish it were Sunday“ kann wahrscheinlich jeder nachvollziehen, der keine Wochenenddienste hat.

2. Das Corona-Virus vergessen und einfach arbeiten

„Teardrop“, Massive Attack
Manchmal gehen Bandnamen daneben, finde ich. Massive Attack zum Beispiel klingt für mich eher nach irgendwas aus dem Metalbereich als nach Trip-Hop. Aber viel wichtiger als das, was draufsteht, ist ja das, was drin ist. Und das ist beim 1998er Album „Mezzanine“ atmosphärisch, chillig, manchmal düster und einfach klasse gemacht. Ein super Background, um entspannt zu arbeiten.

3. Wenn es mal hakt

We can work it out“, Tesla
Ja, schon klar – der Song ist ein Beatles-Klassiker. Aber die Version, die die amerikanische Rockband Tesla im Sommer 1990 in Philadelphia aufgenommen hat, ist einfach cool. Genauso wie der Rest des Livealbums „Five man acoustical jam“, bei dem die fünf Jungs ihre E-Gitarren im Koffer gelassen und stattdessen Akustikgitarren mit auf die Bühne genommen haben. Klingt nach MTV Unplugged, ist aber nicht im Rahmen dieser Reihe entstanden. Tatsächlich mussten Tesla von ihrem Manager erst zu den Shows überredet werden. Gut, dass er es geschafft hat: „Five man acoustical jam“ ist das erfolgreichste Album der Band und verkaufte sich allein in Amerika mehr als eine Million Mal. Ach so, wenn es bei Diskussionen mit Kolleginnen und Kollegen mal hakt: „We can work it out!“

4. Wenn es mal richtig daneben geht

Politisch korrekt gibt es in meiner Home Office Playlist sowohl für Kolleginnen als auch für Kollegen Musik, um ihnen mit einem Augenzwinkern „Kopf hoch“ zu sagen.

„No woman, no cry“, Bob Marley & The Wailers
Das Missverständnis um die Bedeutung des Songtitels ist schon oft aufgeklärt worden. Kurz gesagt meint die Reggae-Ikone Bob Marley damit einfach nur „weine nicht“. Das, zusammen mit dem immer nach Sonne klingenden Reggae-Groove, kann auch bei großem Frust schnell wieder für gute Laune sorgen. https://www.arte.tv/de/videos/059572-000-A/bob-marley-uprising-live/
(ab min 16:08)

„Boys don’t cry“, The Cure
Welche Version von „Boys don’t cry“ die bessere ist – die originale von 1979 oder die „New voice, new mix“-Version von 1986 –, mag jeder für sich selbst entscheiden. Mein Fave ist die 1986er Version, die es aber meines Wissens nach nicht auf einem offiziellen Release zu kaufen gibt. Sie klingt druckvoller und man hört Sänger Robert Smith die 17 Jahre mehr Erfahrung an. Wer sich mit dem Song über eine Arbeitspanne hinwegtrösten will, sollte nicht zu sehr auf den Text hören, denn eigentlich geht es um das unglückliche Ende einer Liebesgeschichte. Aber wenn man einfach den Refrain mitsingt, kann das die Laune schnell heben.

5. Wenn es einfach läuft

We are the champions“, Queen
Muss man nix zu sagen, oder?

6. Das Tief am Nachmittag

Oder auch das Tief am Vormittag – je nach Biorhythmus.

„Relax“, Frankie goes to Hollywood
„Relax“ ist ein super Beispiel dafür, wie verkaufsfördernd Verbote sind. Die BBC weigerte sich, den Song mit seinem eindeutig zweideutigen Text zu spielen, und fachte das Interesse der britischen Musikfans damit nur noch mehr an. Das Resultat: Der Song ist unter den Top Ten der meist verkauften Singles aller Zeiten in Großbritannien. Der pumpende Synthiebass ist genau das Richtige, wenn die Motivationskurve gerade mal nach unten zeigt, und gehört deswegen auf jeden Fall auf eine Home Office Playlist.

7. Feierabend – good bye, Home Office

„Good times“, Chic
Eine funky Rhythmusgitarre, wie sie wahrscheinlich nur Nile Rodgers spielen kann, ein knochentrockener Basslauf, der in Queens „Another one bites the dust“ und zig anderen Songs zitiert wird – Chics letzter Hit ist ein perfekter Start in den Feierabend. Also: Let the good times roll! Ups, falscher Song… Aber mit B. B. King macht man auch nicht viel falsch!

Viel Spaß mit dieser Playlist und bis zum nächsten Mal!


Autor Lars Lenhardt
Lars Lenhardt | Redaktion | 
TERRITORY Content to Results | Gütersloh

Hat neben dem Schreibtisch einen Riesenstapel von CDs liegen.

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