Pomodoro-Technik:
Effektiver Arbeiten im Home Office

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© Benjamin Vosshans

Du suchst nach einer Technik, um deine Aufgaben im Home Office besser zu managen? Kein Problem: Die einfach umzusetzende Pomodoro-Methode hilft dir dabei, strukturierter und vor allem fokussierter zu arbeiten und Prokrastination zu vermeiden.


Die Pomodoro-Technik oder auch Pomodoro-Methode ist ein Zeitmanagement-Tool. Die Idee ist simpel: Die Arbeitszeit wird in 25-Minuten-Abschnitte aufgeteilt. Nach jedem dieser Abschnitte folgt eine 5-Minuten-Pause. Ein solches Intervall wird als Pomodori bezeichnet. Nach jeweils vier Pomodori machst du eine längere Pause von etwa 30 Minuten. Charmant daran: Ein einfacher Küchenwecker reicht, um die Zeit zu tracken.

Der Erfinder der Pomodoro-Technik ist der Italiener Francesco Cirillo. Ihm fiel es während seines Studiums in den Achtzigerjahren so schwer sich zu konzentrieren, dass er sich eine Strategie ausdachte, um sein Pensum fristgerecht zu erfüllen: die Pomodoro-Technik. Für das entscheidende Stoppen der Zeit nahm er einen Küchenwecker in Form einer Tomate, den er gerade zur Hand hatte. Daher auch der Name: Pomodoro. Cirillos Ziel: ohne Unterbrechung arbeiten. Etwas, das vielen Arbeitnehmern gerade im Home Office mit seinen vielen Verlockungen besonders schwerfällt.

Illustration eines Küchenweckers in Form einer Tomate.
Die Pomodoro Technik setzt auf Arbeitsintervalle von circa 25 Minuten. Die haben es aber in sich | © Benjamin Vosshans

Mono- statt Multitasking: So funktioniert die Pomodoro-Technik:

Als Erstes verfasst du eine To-do-Liste mit deinen Aufgaben. Als nächstes priorisierst du diese und überlegst dir, wieviel Zeit der jeweilige Job etwa in Anspruch nimmt. Dann gehst du wie folgt vor:

  1. Wähle eine Aufgabe aus
  2. Notiere in aller Kürze, was du für die Erledigung tun musst
  3. Stelle den Wecker auf 25 Minuten und lege los
  4. Wenn der Wecker klingelt, hake ab, was du erledigt hast
  5. Es folgt eine Pause von 5 Minuten
  6. Wiederhole die Schritte, bis du vier Pomodori erreicht hast. Dann ist es Zeit für eine etwa 30-Minuten-Pause

Wichtig ist natürlich, dass du dich in den Arbeitsphasen auch nur auf die Arbeit fokussierst. Schalte jegliche Nebenkriegsschauplätze (Anrufe, Mails, im Internet surfen, Haushalt …) aus bzw. ignoriere diese. Dafür sind schließlich die kleinen Pausen da. Dich 25 Minuten zu fokussieren fällt dir schwer? Dann versuche es mit 10 oder 15 Minuten und pass die Technik nach deinen Bedürfnissen an. Hartnäckigkeit lohnt sich: Je länger du die Technik anwendest, umso leichter wird es dir fallen, dich zu fokussieren und am Stück zu arbeiten.

Planungen und Pausen sind das A und O

Ein entscheidender Schritt der Methode ist die Planung von Arbeit. Du kannst mit dieser Technik eine Aufgabe erledigen, die 25 Minuten dauert. Aber genauso kannst du viele kleine Aufgaben für diesen Zeitraum zusammenfassen oder eine große Aufgabe in viele kleine Pomodori teilen. Letzteres hilft tatsächlich, wenn man dazu neigt, sich lange vor größeren Aufgaben zu drücken. Die Beantwortung von Mails kannst du übrigens auch in einem Pomodori zusammenfassen.

Das zweite Geheimnis der Pomodoro-Technik sind die Pausen. Anfangs mag es dir ungewohnt vorkommen, „mittendrin“ einen Break einzulegen. Dein Kopf bzw. Gehirn wird es dir aber danken. Die Pausen sogar für geistige Frische und eine effektive nächste Runde. In diesem Sinne ist die Pause auch ernst zu nehmen. Tu etwas für dich. Die Pausen dienen schließlich auch deiner Motivation. Mach einen Spaziergang, lies einen spannenden Blog-Beitrag, trinke eine Tasse Tee in der Sonne. Du wirst staunen, wie diese kleinen Energie-Booster auf deine Konzentration wirken.

Vier Tipps für die Anwendung der Pomodoro-Technik

Tipp 1: Wenn du zu denen gehörst, deren Arbeitstag aus vielen Meetings und Telefonaten besteht. Kein Problem. Nutze die verbleibenden Zeiträume, um Arbeit nach der Pomodoro-Methode zu bearbeiten. Was helfen kann: sich pro Tag bzw. Woche feste Terminblöcke zu verordnen, in denen man möglichst viele Pomodori-Intervalle anwenden kann.

Tipp 2: Es schadet übrigens auch nicht, wenn du Protokoll über deinen Arbeitstag führst. Halte fest, wie viele Pomodori du geschafft hast. Du lernst so, wieviel Zeit du für eine Aufgabe brauchst, aber auch, wann du besonders produktiv bist. Der Effekt wird dich überraschen: Durch Monotasking schafft man häufig mehr. Auch solltest du notieren, wann und wodurch du unterbrochen oder abgelenkt wurdest, und so typische Störquellen identifizieren. Wird ein Pomodori-Intervall unterbrochen, darfst du dieses später nicht mitzählen.

Tipp 3: Was bei der Pomodoro-Technik immer bereit liegen sollte: Stift und Zettel. Natürlich kommt der Geistesblitz für das andere Projekt gerade in einem Arbeitsintervall. Kein Problem: Notiere es, damit der Gedanke nicht verloren geht und verschiebe die Bearbeitung auf später. Arbeite an deinem konkreten To-do weiter.

Tipp 4: Was kannst du als Wecker benutzen? Alles, womit du Zeit messen kannst. Der klassische Küchenwecker geht genauso wie die Stoppuhr am Handy. Ebenso gibt es viele praktische Lösungen bzw. Pomodoro-Anwendungen für Windows und Mac wie zum Beispiel Tomighty oder Tomato Timer. Und natürlich gibt es auch praktikable Apps für dein Handy wie zum Beispiel Flat Tomato (iOS), Fokus Keeper (Android) und (iOS), Be Focused (iOS) sowie Focus To-Do (Android). Und sogar auf YouTube gibt es Pomdoro-Timer. Perfekt also, um die Arbeitstechnik einfach mal auszuprobieren. Gerade das Arbeiten im Home Office bietet sich dafür an. Viel Spaß mit dem etwas anderen „Wecker stellen“.


Autor Sascha Otto
Sascha Otto | Redaktion |
TERRITORY Content to Results | Gütersloh

Hat diesen Beitrag in vier Pomodori-Einheiten verfasst. 

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